Gefühle interpretieren

Ein großer Teil der Deep Living Praxis ist es zu lernen die eigenen Gefühle zu interpretieren und ihnen zu folgen. Hier sind ein paar allgemeine Interpretationen von häufigen Gefühlen:

 

Gefühle - sind Energien, die sich mit einer spezifischen Qualität, Intensität und Richtung

               durch unseren Körper bewegen.

               Das Wort Emotion bedeutet Energie in Bewegung.

 

Anziehung / Attraktion - ist ein Signal in unserem Körper, was wir bei Menschen empfinden,

                                           die uns eine Möglichkeit für inneres Wachstum bieten.

 

Abstoßung - ist Anziehung zu einem Menschen, die wir gleichzeitig verurteilen.

 

Verurteilung - ist kein Gefühl, sondern Teil unserer Konditionierung.

                       Sie bezieht sich immer 100% auf uns selbst. Es gibt zwei Möglichkeiten:

                       1) Wir verurteilen etwas, was wir selbst gerne tun wollen,

                           uns aber nicht trauen.

                       2) Wir verurteilen etwas, was wir selbst tun,

                           aber aufgrund unserer Konditionierung als "falsch" bewerten.

                       In beiden Fällen wollen wir das, was wir verurteilen selbst tun. 

 

Konditionierung - ist eine Programmierung unseres Verstandes,

                            die unsere Wahrnehmung beeinflusst und uns dazu verleitet

                            das, was passiert, in Dualitäten zu bewerten

                            wie richtig und falsch, gut und böse, recht und unrecht, Ich und Du, ...

                            Manche Teile unserer Konditionierung dienen uns, andere nicht.

 

Scham - ist kein Gefühl, sondern Teil unserer Konditionierung.

              Wir erleben Scham wenn wir etwas tun,

              was nicht unserer Konditionierung entspricht / was "falsch" ist.

 

Stolz - ist kein Gefühl, sondern Teil unserer Konditionierung.

           Wir erleben Stolz, wenn wir etwas tun,

           was unserer Konditionierung entspricht / was "richtig" ist.

 

Schuld - fühlen wir immer dann, wenn wir eigentlich Wut fühlen,

              unsere Konditionierung es uns aber verbietet, weil es "falsch" ist wütend zu sein.

 

Langeweile - fühlen wir immer dann, wenn wir eigentlich wütend sind

                     und uns (unbewusst) entscheiden unsere Wut nicht zu fühlen.

 

Wut - ist ein Alarmsignal in unserem Körper, das uns mitteilt, dass wir etwas tun,

          was wir eigentlich nicht tun wollen, weil es nicht unserer inneren Wahrheit entspricht.

          Wenn wir Wut fühlen, geht es immer 100% um uns selbst.

 

Angergy = Anger + Energy 

                 Unsere Wut stellt uns Energie zur Verfügung, die wir nutzen können,

                 um die Situation oder unser Verhalten so zu verändern,

                 dass sie unserer inneren Wahrheit entspricht.

                 So kann Wut zu unserer Entschlossenheit 

                 und sogar zu unserer Leidenschaft werden.

 

Aufregung - ist ein Gefühl, was wir erleben wenn wir Gelegenheiten des Lebens ergreifen,

                   aktiv am Leben teilnehmen und ein Ja haben für das, was passiert.

 

Angst - ist ein Gefühl von Aufregung, was wir erleben

             wenn sich eine Gelegenheit des Lebens bietet und wir ein Nein haben für das,

             was passiert bzw. was wir denken, was passieren wird (konditionierte Angst).

             Meistens fühlen wir Unsicherheit, Aufregung und Freude,

             wenn wir die Dinge machen wovor wir (konditionierte) Angst haben.

             Selten ist Angst ein Warnsignal vor akuten Gefahrensituationen (gesunde Angst).

             Konditionierte und gesunde Angst fühlen sich sehr unterschiedlich an.

 

Mut - erleben wir, wenn wir vor etwas Angst haben und uns entscheiden unser

          Verhalten nicht von der Angst kontrollieren zu lassen.

 

Sehnsucht - ist das Verlangen nach einer bestimmten Erfahrung.

                    Oft ist es die Entscheidung unglücklich zu sein, weil man etwas haben will,

                    was nicht ist, statt das zu akzeptieren, was ist.

                    Unsere tiefsten Sehnsüchte stimmen meistens mit unseren

                    tiefsten Ängsten überein. Unsere Sehnsüchte aktiv zu erfüllen ist eine        

                    heilsame Erfahrung und ein bedeutender Schritt in Richtung

                    Selbstverantwortung. 


Unsicherheit - ist das Gefühl, was wir erleben wenn wir etwas tun,

                       was uns noch nicht vertraut ist. Wir fühlen sie häufig,

                       wenn wir den gewohnten Raum unserer Konditionierung verlassen

                       und unseren Horizont um neue Erfahrungen erweitern.

                       Auf diese Weise leitet uns Unsicherheit zu unserer inneren Wahrheit.

 

Freude - ist das Gefühl, was wir erleben wenn wir unsere innere Wahrheit ausdrücken.

              Unsere Freude leitet uns zu unserer inneren Wahrheit.

 

Glücklichsein - ist die Entscheidung das zu mögen, was passiert.

 

Ehrlichkeit - ist die Entscheidung die innere Wahrheit auszudrücken.

 

Erfülltheit - ist das Gefühl die innere Wahrheit zu leben.

 

innere Wahrheit - unser Wesen, Essenz, Energie, tiefstes Potential

 

Empathie - ist die Entscheidung das zu fühlen, was jemand anderes fühlt.

                  Durch Empathie ist es möglich den eigenen Horizont an Gefühlserfahrungen

                  immenz zu erweitern.

 

Akzeptanz - ist die Entscheidung glücklich zu sein.

 

Liebe - ist das Gefühl das Bestmögliche für jemanden zu wollen

            und sich mit jemanden zu freuen, wenn er/sie es bekommt bzw. sich kreiert.

 

Selbstliebe - ist die Entscheidung sich so zu akzeptieren und zu mögen, wie man ist.

                     Selbstliebe beginnt mit Selbstakzeptanz.

 

Anhaftung - ist das Gefühl jemanden oder etwas zu brauchen

                    und ohne ihn/sie/es nicht (glücklich) sein zu können.

                    Anhaftung wird häufig mit Liebe verwechselt.

 

Präsenz - ist die Entscheidung das wahrzunehmen, was ist / was passiert.

 

Unpräsenz - ist die Entscheidung etwas anderes wahrzunehmen als das, was passiert.

 

Dissoziation - ist die Entscheidung nicht zu fühlen.

 

Überwältigung - ist die Entscheidung, dass ein Gefühl zu intensiv ist, um es zu fühlen.

                          Es fällt uns leichter unsere Gefühle zu fühlen wenn wir gleichzeitig

                          unseren Körper, insbesondere unsere Gefühlszentren (Chakren)

                          und unser Becken und Perineum spüren.

 

Nervösität - erleben wir, wenn wir unkomfortabel mit einem Gefühl in uns sind

                   und es nicht fühlen wollen. Häufig vermeiden wir das Gefühl mit

                   nervösen Ausweichhandlungen, nervösem Lachen oder übertriebenem

                   Ausagieren des Gefühls, wie Schreien, Schlagen oder Türnknallen bei Wut,

                   hysterischem Weinen bei Trauer oder Sex bei Lust.

 

Widerstand - erleben wir, wenn wir uns entscheiden unserer Konditionierung

                       statt unserer inneren Wahrheit zu folgen.

                       Häufig nehmen wir unseren Widerstand erst dann als solchen wahr,

                       wenn wir unsere konditionierten Verhaltensmuster und die alternativen

                       Entscheidungsmöglichkeiten, die unserer inneren Wahrheit näher kommen,

                       klarer erkennen und wir unmittelbar vor der Möglichkeit stehen, uns bewusst

                       neu zu entscheiden.

                       Unser Widerstand kann sich in zahlreichen Formen und

                       Variationen ausdrücken.

                       Häufige Formen sind Kampf, Flucht, Vergesslichkeit, selektives "Weghören",

                       Blackout, Dissoziation, plötzliche Müdigkeit, Trotz, Leugnung,

                       Verschlossenheit, Manipulation und als letzte Instanz häufig Übelkeit.

 

Ermächtigung - ist das Gefühl, was wir erleben wenn wir Selbstverantwortung für

                         unsere Entscheidungen übernehmen.

 

Entmächtigung - ist das Gefühl, was wir erleben wenn wir versuchen Verantwortung für

                           unsere Entscheidungen abzugeben.

 

Traurigkeit - ist das Gefühl, was wir erleben wenn wir die Konsequenzen einer

                    Entscheidung spüren, die uns oder jemand anderem nicht dient

                    oder wenn jemand/etwas, was wir lieben, von uns geht.

                    Viele von uns haben die Strategie entwickelt ihre Wut in Traurigkeit

                    umzuwandeln, weil es gesellschaftlich akzeptierter ist traurig zu sein.

                    Umgewandelte Traurigkeit ist empathisch nicht fühlbar, weil sie nicht echt ist.

 

Selbstmitleid - ist die Entscheidung sich als machtloses Opfer äußerer Umstände zu sehen

                        und die Entscheidung die eigene Selbstverantwortung abzugeben.

                        Selbstmitleid hat die Tendenz sich selbst zu erhalten und im Kreis zu drehen..

 

Resignation - ist die Entscheidung nicht das bekommen zu können, wonach man sich sehnt.

                      Sie ensteht durch die wiederholte Erfahrung unerfüllter Sehnsucht.

                      Wir können sie durchbrechen indem wir uns wieder mit der

                      darunterliegenden Sehnsucht verbinden.

 

Stimmigkeit - ist das Gefühl, das etwas mit unserer inneren Wahrheit / mit dem,

                      was zwischen Menschen und Energien passieren will, übereinstimmt.

                      Es fühlt sich in diesem Moment, in dieser Situation und Konstellation

                      passend an.

 

Unstimmigkeit - ist das Gefühl, das etwas mit unserer inneren Wahrheit / mit dem,                          

                          was zwischen Menschen und Energien passieren will, nicht übereinstimmt.

                          Es fühlt sich daneben an.

 

gut - "Ich fühle mich gut" ist kein Gefühl, sondern eine Bewertung über einen

          Gefühlszustand, die aus dem Verstand kommt.

 

schlecht - "Ich fühle mich schlecht" ist kein Gefühl, sondern eine Bewertung über einen

                 Gefühlszustand, die aus dem Verstand kommt.

 

unfair - "Ich fühle mich unfair behandelt" ist kein Gefühl, sondern eine Bewertung

              über einen Gefühlszustand oder eine Situation und kommt aus dem Verstand.

 

nichts - "Ich fühle nichts" ist die Entscheidung zu dissoziieren.

 

Schmerz - körperlich - ist ein Warnsignal des Körpers, das uns zeigt, dass das,
                                    was wir tun, nicht unserer inneren Wahrheit und unseren
                                    anatomischen Eigenschaften entspricht.
               - emotional - ist die Wirkung der Entscheidung unsere Gefühle weder
                                     akzeptieren noch fühlen zu wollen.
               - mental - ist die Wirkung der Entscheidung unsere Konditionierung
                                 für wahr zu halten.
                                 Alle drei Ebenen stehen in Wechselwirkung miteinander.
                                 Am stärksten wirkt die mentale Ebene auf die anderen,
                                 weil wir dort Entscheidungen treffen, die auf allen drei Ebenen wirken
                                 und unsere Realität gestalten.
                                 Die Entscheidung, unsere innere Wahrheit nicht zu leben,
                                 führt langfristig zu Schmerz.

Verzweiflung - ist das Gefühl, was uns deutlich zeigt, dass die Entscheidungen,

                        die wir treffen, uns nicht dienen.

                        Verzweiflung kann zu einem bedeutenden Motor für Veränderung werden 

                        und uns dabei unterstützen die Mutschritte zu machen, die es braucht,

                        um neue Entscheidungen zu treffen.

 

 

 

Gefühle fühlen

Unsere Gefühle sind der Schlüssel zu unserer inneren Wahrheit. Wenn wir lernen sie zu fühlen und zu akzeptieren, leiten sie uns auf eine wundersame und magische Weise zu einem tieferen Ausdruck von uns selbst. Aus unseren Gefühlen entspringen Impulse, die uns, wenn wir sie erlauben, mit einer enormen Klarheit und Leichtigkeit spüren lassen, was der nächste Schritt ist, was als nächstes passieren will, was wir als nächstes tun oder sagen wollen. Und das ist alles, was wir zu wissen brauchen. Den unmittelbar nächsten Schritt.

 

Wenn wir lernen unsere Gefühle zu interpretieren, können wir sie als Wegweiser nutzen, um unserer tieferen Wahrheit Schritt für Schritt näher zu kommen. Unsere Gefühle sind unmittelbar mit unseren Handlungen oder vielmehr mit den Entscheidungen hinter unseren Handlungen verbunden. Sie bedingen und erschaffen sich gegenseitig. So kreieren wir unsere Realität. Auf Gefühle folgen Entscheidungen und Handlungen und darauf folgen Gefühle.

 

Treffen wir Entscheidungen und fühlen dabei Freude und/oder Unsicherheit ist das ein klares Zeichen dafür, dass wir Entscheidungen treffen, die uns in Richtung unserer tieferen Wahrheit bringen.

Fühlen wir Anziehung, Abstoßung, Aufregung, Angst, Scham und/oder Verurteilung ist es ein sicheres Zeichen dafür, dass uns hier eine Gelegenheit für inneres Wachstum geboten wird. Wenn wir uns entscheiden in diese Lektionen, die uns das Leben bietet, einzutauchen und dabei Freude und/oder Unsicherheit fühlen, ist klar, dass wir unserer inneren Wahrheit wieder ein Stück näher kommen.

Unsere Wut nimmt dabei ebenfalls eine zentrale Rolle ein, weil sie uns nicht nur zuverlässig signalisiert, wann immer wir etwas tun, was nicht unserer tieferen Wahrheit entspricht, sondern gleichzeitig uns eine gehörige Portion Energie zur Verfügung stellt, um aus den alten Mustern auszusteigen und die Entscheidungen zu treffen, die unserer inneren Wahrheit entsprechen. Wenn wir lernen unsere Wut zu unserer Entschlossenheit werden zu lassen, wird sie zu unserer treibenden Kraft auf dem Weg zu unserem wahren Selbst.